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Was ist emotionsfokussierte Paartherapie (EFT-P)?

EFT-P fokussiert die Wiederherstellung einer emotional sicheren & liebevollen Verbindung in der Beziehung

Die Emotionsfokussierte Therapie für Paare (EFT-P) kurz erklärt

Bei der Paartherapie bediene ich mich der Emotionsfokussierten Therapie für Paare. Diese ist seit bereits 20 Jahren wissenschaftlich gut untersucht und ihre Wirksamkeit ist empirisch belegt. So berichten 90 % der Paare von einer wesentliche Verbesserung ihrer Beziehungskrise.

Die EFT-P wurde von der Kanadierin Dr. Sue Johnson in den 1980er Jahren entwickelt und hat sich seit dem weltweit etabliert. Sie wird inzwischen erfolgreich für Paare, Familien und Einzelpersonen eingesetzt. Die Emotionsfokussierte Therapie basiert auf den Erkenntnissen der Bindungswissenschaft und integriert systemische und psychodynamische Elemente.

Sie fokussiert die Wiederherstellung einer emotional sicheren, liebevollen Verbindung in der Beziehung. Zudem hilft sie dabei, die Offenheit und das Verständnis zwischen den Partnern zu stärken und somit alte Verletzungen zu heilen.

Bindungstheorie als Grundlage für die EFT-P

Die Bindungstheorie befasst sich mit verschiedenen Bindungstypen. Dies sind Bindungsstile, die jeder Mensch in seiner Kindheit durch Interaktion mit den Eltern erlernt. Als optimaler Bindungsstil gilt dabei die sichere Bindung. Dieser Bindungstypus kommt allerdings lediglich bei 50-60 % der Menschen vor. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ganze 40-50 % der Erwachsenen Menschen KEINEN sicheren Bindungsstil erlernt haben. Sie gehen durch das Leben und kompensieren ihre Stile im Umgang mit anderen Menschen und vor allem in Beziehungen.

So wirkt die unsichtbare „Beziehungschemie“

Wie durch eine unsichtbare „Beziehungschemie“ ziehen sich die Partner dabei an. Das bedeutet, dass gerade zu Beginn einer Partnerschaft die entgegengesetzten Eigenschaften des Partners besonders anziehend wirken.

Im Laufe der Beziehung sensibilisieren sich die Partner für die Muster des anderen und es findet eine Umkehr statt. Es genügen immer kleinere Reize, um das Muster des anderen zu triggern (auszulösen). Die Partner gelangen so in einen in der EFT-P sogenannten „Tanz“. Ein festgefahrenes Muster also, welches in der Interaktion beider Partner entsteht und von beiden als äußerst belastend und kräftezehrend empfunden wird.

Schädliche Muster in der partnerschaftlichen Interaktion erkennen und durchbrechen

Ob Sie in so einem Muster feststecken, können Sie daran sehen, dass ein Streit oder Konflikt sich wie in einer Schleife immer zu wiederholen scheint und sie dabei immer kraftloser werden. Oftmals zieht der Streit seine Kreise bis in alle Lebensbereiche. In der Regel dreht es sich im Kern gar nicht um die streitbare Sache selbst, sondern vielmehr um die dahinter liegenden Muster. Oft sind die zugrundeliegenden Emotionen sogar vor einem selbst gut versteckt.

Es scheint unmöglich, als Paar aus eigener Kraft aus einem solchen, wiederkehrenden Muster auszusteigen. Paare benötigen für den Ausstieg aus diesem Teufelskreis professionelle Unterstützung von außen. Sie müssen dabei nicht alleine dastehen.

Als Paartherapeutin unterstütze ich Sie dabei, die in Ihrer Partnerschaft wirkenden Muster (genannt auch Zyklen, Tanz, Teufelskreis) zu erkennen und zu verstehen. Dafür ist die emotionsfokussierte Paartherapie (EFT-P) besonders geeignet. Sie lernen, dass beide Partner ihren individuellen Beitrag zur Aufrechterhaltung dieses Teufelskreises leisten und welche oftmals verborgenen, tief verwurzelten Emotionen dahinter stecken. Diese Erkenntnis kann bereits entlastend wirken, Schuldgedanken und -Gefühle nehmen, Vorwürfe vermindern. Sie öffnet die Tür für einen konstruktiven Weg zu einem (wieder) gemeinsamen Miteinander in der Partnerschaft.

Eigene Emotionen und die Ihres Partners kennenlernen und verstehen

Unterstützt durch die Paartherapie können Sie gemeinsam als Paar aus dem Teufelskreis ausbrechen. Sie können die dem Konflikt zugrundeliegenden Gefühle ergründen. Dabei unterscheidet die EFT-P zwischen den sogenannten „sekundären Emotionen“ und den „primären Emotionen“. Im Folgenden erfahren Sie, was diese Emotionen ausmacht und welche Rolle sie in Ihrem Beziehungsmuster spielen.

Sekundäre Emotionen (Wut, Ärger, …)

Negative Muster in der Beziehung entstehen, wenn die Partner vor allem ihre sekundären Emotionen ausdrücken, wie Wut oder Ärger. Diese Emotionen sind also gut nach außen sichtbar und Ihnen, wenn Sie sich für eine Paartherapie interessieren, vermutlich bestens bekannt. Die Funktion der sekundären Emotionen (Wut, Ärger, …) ist das Vermeiden der darunter liegenden, schmerzhaften und bedrohlichen primären Emotionen (Schuld, Angst vor Verlassensein, …). Sie sind somit eine Reaktion auf eine andere Emotion, so zum Beispiel:

  • ich fühle mich verletzt/allein gelassen (primär) und zeige Wut (sekundär)
  • ich fühle mich einsam/unsicher (primär) und zeige Angst (sekundär)

Primäre Emotionen (Verlassensein, Schuld, Verletztsein, Alleingelassensein, … )

Die sekundären Emotionen überdecken tieferliegende, die sogenannten „primären Emotionen“. Beispiel: Die gezeigte Wut überdeckt die Angst vor dem Verlassensein. Die primären Emotionen wurzeln in der Kindheit und manchmal auch in zurückliegenden Beziehungserfahrungen. Sie sind in der Regel durch die eigenen Schutzmechanismen sogar vor einem selbst gut verdeckt. Oftmals geht es bei den primären Emotionen um grundlegende Bindungsängste und -bedürfnisse oder Gefühle des Nichtgenügens und Angst aufgrund von Erlebnissen der Abwertung und Entwertung in der Kindheit.

In der Paartherapie unterstütze ich sie als Paar und als einzelne Partner dabei, die hinter den offenkundigen, sekundären Emotionen liegenden, primären – verletzlichen – Emotionen zu ergründen. Ein wesentlicher Teil der emotionsfokussierten Therapie für Paare besteht daher, wie der Name es bereits ausdrückt, in der Schaffung eines besseren Verständnisses für die eigenen Emotionen und der Ihres Partners.

 

Das gerissene Band wieder zusammenfügen

Die gute Nachricht lautet: Negative Muster in der Paarinteraktion können umgewandelt werden, wenn die tieferliegenden, primären bindungs- und identitätsorientierten Emotionen erkannt und ausgedrückt werden. Als Paartherapeutin unterstütze ich Sie als Paar bei diesem Prozess. Ziel der emotionsfokussierten Therapie für Paare ist es also, mit Hilfe von Emotionen neue und gesunde Interaktionsmuster und ein neues Gefühl von echter und verbundener Partnerschaft herzustellen.

Der „Bonus“: Auch Ihre Kinder & Kindeskinder profitieren von Ihrem Glück

Durch die Arbeit mit den eigenen Mustern und Emotionen und auch denen in der Partnerschaft sollen beide Partner einen sicheren Bindungsstil erfahren und erlernen. Die Emotionen wirken dabei als „Verstärker“, denn durch starke Emotionen werden laut neurowissenschaftlichen Erkenntnissen Lernprozesse im Gehirn gefestigt. Es gilt hierbei das schöne Sprichwort: „Was uns bewegt, bewegt.“.

Haben wir in unserer Kindheit keine sichere Bindung erlernt, so ist das schade, aber mit Blick auf die Zahlen auch relativ „normal“ und wahrscheinlich. Nun haben wir es als Erwachsene aber in der Hand, ob wir in wiederkehrenden, belastenden Mustern in der Interaktion mit anderen Menschen durch unser Leben gehen oder aber eine sichere Bindung – sozusagen nachträglich – erlernen möchten.

Vielleicht kennen Sie das bereits aus Ihrer Vergangenheit: Wird eine Partnerschaft aufgrund wiederkehrender Muster/Konflikte beendet, so zeigen sich diese oftmals so oder ähnlich auch in kommenden Beziehungen. Gerade die Liebesbeziehung zu einem anderen Menschen bietet für das Erleben neuer Bindungserfahrungen eine optimale, wenn auch manchmal anstrengende „Bühne“. Nirgends sonst finden sich so starke Emotionen, wie in der eigenen Liebesbeziehung zu einem anderen Menschen. Nirgends sonst, werden uns unsere eigenen Muster so deutlich gezeigt. Daher liegt es doch nahe (und es lohnt sich), für sich selbst im Miteinander zu lernen, und in einer vertrauensvollen Beziehung gemeinsam zu wachsen!

Und nun zum versprochenen Bonus:
Paare, die eine sichere Bindung haben, geben diesen Bindungsstil in der Regel an ihre Kinder weiter. Sie erinnern sich: Sie selbst haben Ihren Bindungsstil ja auch in der Interaktion mit Ihren Eltern erlernt. Sie sehen also, dass es sich nicht nur für sich selbst und für Ihre Partnerschaft lohnt, aus der Masse der 40-50% der Menschen, die keinen sicheren Bindungsstil erlernt haben, auszubrechen.

Sie können jetzt die Verantwortung für das eigene, aber auch ein erfülltes Leben kommender Generationen selbst in die Hand nehmen. Als Erwachsene haben Sie diese Möglichkeit. Sie benötigen nur den Willen.

Im Rahmen der Paartherapie möchte ich Ihnen gerne das benötigte Wissen und Handwerkszeug an die Hand geben und Sie individuell bei Ihrem Entwicklungsprozess als Paar unterstützen.

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